4. Module

Im Folgenden möchten wir die einzelnen Module am Beispiel einer Bibliothek beschreiben. Das Modell ist auch bei anderen Kultur- und Bildungsinstitutionen sowie bei Unternehmen umsetzbar. Natürlich werden die Inhalte der Module an Ihre jeweilige Situation angepasst. Die einzelnen Module sind praxisbezogen und bauen aufeinander auf. Dabei wird besonders darauf geachtet, dass die Teilnehmer in der Zukunft eigenständig arbeiten können.

Modul 1: „Bibliothek zwischen neuen Technologien und neuer Kultur“

Als Voraussetzung für die praktischen Seminare sollte in einem ersten Schritt das grundsätzliche Verständnis für das Web 2.0, seine Kultur und seine Mechanismen vermittelt werden. Dies erfolgt in einem 1-tägigen Seminar in dem sich durch Vortrag, Aufzeigen von Praxisbeispielen und Diskussion mit dem Thema auseinandergesetzt wird. Hier werden Begrifflichkeiten erklärt und es wird sich mit den Implikationen des Web 2.0 und anderen neuen Technologien auf Bibliotheken auseinandergesetzt. Was ist eine Bibliothek 2.0? Wie sieht der „Bibliothekar 2.0“ aus? Was bedeutet dies für unsere Arbeit in Bibliotheken und unsere Services?

Anzahl der Tage: 1

Teilnehmerzahl: max. 30 Personen

Methode: Vortrag und Diskussion

Raum: Vortragsraum für 30 Personen

Technik: Beamer und Internetanschluß für einen externen Laptop

Durchführung: Julia Bergmann

Modul 2: „Social Media als Werkzeug interner Zusammenarbeit“:

Nach der allgemeinen Einführung geht es in der nächsten Stufe der Schulungen um den praktischen Umgang mit diesen neuen Werkzeugen, zunächst im internen Rahmen. Um zu verstehen was das Web 2.0 ist, muss man es ausprobieren. Die Bibliothekare werden in diesem Modul selbst zu Nutzern. Sie können nicht nur die Technologie und die damit verbundene Arbeitskultur sondern auch und vor allem die Interessen der Nutzer verstehen. Sie werden damit in die Lage versetzt, zielgruppenorientierte Angebote zu entwickeln und zu realisieren.

Wir beginnen mit den Werkzeugen zur besseren Zusammenarbeit, z.B. beim Austausch oder dem Erschließen von Informationen und Inhalten. Der Nutzen dieser Werkzeuge ist sofort erlebbar und die neuen Werkzeuge können gemeinsam in einem „geschützten“ Rahmen ausprobiert und erlernt werden. Die aktive Einbindung der neuen Möglichkeiten des Web 2.0 in die Bibliotheksdienstleistungen wird nur funktionieren, wenn die Bibliotheken diese Werkzeuge in ihre tägliche Arbeit integrieren. Das Web 2.0 muss „gelebt“ werden.

Anzahl der Tage: 2

Teilnehmerzahl: max. 12 Personen

Methode: Vortrag und praktische Übungen

Raum: EDV Schulungsraum für 12 Personen

Technik: Beamer, Internetanschluß für alle Teilnehmer, aktueller Browser Firefox, Flash Plug-in für den Firefox, freier Zugang zu allen Web 2.0 Angeboten, Rechte zum Installieren von Browser add-ons

Durchführung: Julia Bergmann

Modul 3: „Social-Media-Management“

Hat man die Werkzeuge des Web 2.0 verstanden und ausprobiert geht es nun darum, zu verstehen, wie aus den neuen Kenntnissen nutzerorientierte Angebote entwickelt werden können und wie man den Nutzer für die neuen Angebote begeistern kann. Daher wird zunächst die Nutzung von Web 2.0 Werkzeugen für die aktive Kommunikation nach außen erlernt. Daran anschließend werden unterschiedliche Elemente des Social Media Managements erlernt und für den Online-Bibliotheksalltag adaptiert.

Anzahl der Tage: 2

Teilnehmerzahl: max. 12 Personen

Methode: Vortrag und praktische Übungen

Raum: EDV Schulungsraum für 12 Personen

Technik: Beamer, Internetanschluß für alle Teilnehmer, aktueller Browser Firefox, Flash Plug-in für den Firefox, freier Zugang zu allen Web 2.0 Angeboten, Rechte zum Installieren von Browser add-ons

Durchführung: Christoph Deeg

Modul 4: „Die Welt des mobilen Internets“

Im vierten Modul beschäftigen wir uns mit Zukunftstechnologien. Smartphones, Tablet-PC’s und eBooks bedeuten völlig neue Herausforderungen für Bibliotheken. Im Rahmen eines eintägigen Workshops sollen nun die vorhandenen Aktivitäten der Bibliothek hinsichtlich ihrer Kompatibilität mit diesen neuen Technologien und Nutzungsformen untersucht werden. Dabei geht es nicht nur um die Diskussion sondern vielmehr um das gemeinsame Ausprobieren und das (weiter-) entwickeln von Ideen und Konzepten. Hierfür werden von Herrn Deeg für die Dauer des Workshops verschiedene Tablets, Smartphones und eBook-Reader zur Verfügung gestellt. Die Bibliothek muss sich also nicht um eigene Geräte kümmern.

Anzahl der Tage: 1

Teilnehmerzahl: max. 16 Personen

Methode: Ausprobieren und Diskussion

Raum: Seminarraum für 16 Personen

Technik: Beamer mit S-Video-Anschluss und WLAN

Durchführung: Christoph Deeg

Modul 5: „Informationskompetenz: Neue Vermittlungsformen – neue Inhalte“

Neue Technologien, neue (Lern)Kulturen und neue Endgeräte verändern auch das Lernen. Sie erfordern neue Fähigkeiten im Umgang mit Technologie, aber auch mit kollaborativem Lernen.
Die Teilnehmer/innen bearbeiten in diesem Seminar folgende Fragestellungen:

  • Was bedeuten Medien- und Informationskompetenz in Zeiten von mobilen Services und mobilen Endgeräten?
  • Welche Herausforderungen gibt es für das Lernen und Lehren von Informationskompetenz durch mobile Technologien?
  • Welche Konzepte und Beispiele gibt es zum mobilen Lernen bzgl. der Vermittlung von Informations-, Recherche- und Medienkompetenz?

In praktischen Übungen werden in Gruppenarbeit eigenständig Webcasts erstellt.

Anzahl der Tage: 1

Teilnehmerzahl: max. 12 Personen

Methode: Vortrag und praktische Übungen

Raum: EDV Schulungsraum für 12 Personen und einen Seminarraum für 12 Personen

Technik: Beamer, Internetanschluß für alle Teilnehmer, aktueller Browser Firefox, Flash Plug-in für den Firefox, freier Zugang zu allen Web 2.0 Angeboten, Java, Moderationskoffer, 4 Pinnwände

Durchführung: Julia Bergmann

Modul 6: Social-Media-Coachingtag

Das letzte Modul ist der sog. Coachingtag. Dieser Tag findet ca. sechs Monate nach dem fünften Modul statt. Während dieses Workshops werden die bis dahin entwickelten Onlineaktivitäten der Bibliothek analysiert und weiter entwickelt. Es handelt sich also um einen Beratungstag. Viele Fragen entstehen erst bei der Umsetzung der geplanten Aktivitäten. Es hat sich als sehr hilfreich erwiesen, wenn nach einem gewissen Zeitraum durch einen externen Berater die aktuelle Situation erneut analysiert und gegebenenfalls verändert wird.

Anzahl der Tage: 1

Teilnehmerzahl: max. 30 Personen

Methode: Diskussion

Raum: Seminarraum für 24 Personen

Technik: Beamer und WLAN

Durchführung: Christoph Deeg

Für den Erfolg der Gesamtmaßnahme ist es entscheidend, dass möglichst alle Mitarbeiter an dem Programm teilnehmen und auch die Leitung an den Modulen teilnimmt. Dies bedeutet für die Praxismodule, dass diese ggf. mehrfach durchgeführt werden müssen.

Die Umsetzung des Bergmann-Deeg-Modells benötigt ca. 12 Monate. Die Zeit zwischen den einzelnen Modulen wird benötigt, um die neuen Plattformen auszuprobieren. Deshalb gibt es in einigen Fällen auch Hausaufgaben für die Teilnehmer.

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